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Senatorin Leonhard lädt Sozialpartner zu Branchendialogen ein

Gespräche mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zur Sicherung von Beschäftigung in Hamburg


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Hamburgs Wirtschaft sind in vielen Branchen schwerwiegend und dennoch in ihrem genauen Umfang noch schwer abzuschätzen. Für den Weg aus der Krise ist es entscheidend, dass Jobs erhalten bleiben. Denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das größte Kapital eines Unternehmens.


Gerade in Krisenzeiten gilt es, Fachkräfte in den Unternehmen zu halten – auch im Hinblick auf die Zukunft des Wirtschaftsstandortes und Arbeitsplatzes Hamburg. Dazu tritt der Senat in einen Austausch mit den Sozialpartnern, also den Vertretungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Senatorin Dr. Leonhard hat heute zu einem Auftaktgespräch in das Gästehaus des Senats eingeladen, um mit den Spitzen von Wirtschaft und Gewerkschaften den Startpunkt für einen gemeinsamen Austausch in den kommenden Wochen zu setzen.

In Branchendialogen soll vertraulich und ergebnisoffen über einzelne, besonders von der Corona-Pandemie betroffene Branchen gesprochen werden. Die Sozialpartner und der Senat wollen sich so ein besseres Gesamtbild von der gegenwärtigen Lage verschaffen, ihre jeweiligen Aktivitäten und Maßnahmen aufeinander abstimmen und gemeinsame Lösungen für den weiteren Weg aus der Krise entwickeln.

Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Politik setzen sich an einen Tisch, um die Folgen der Krise im Sinne der Menschen und Unternehmen zu gestalten. Vor allem ist es uns wichtig, möglichst alle Menschen in Beschäftigung zu halten und dadurch Jobs und Know-How in Hamburg zu sichern. “


Katja Karger, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hamburg: „Die Beschäftigten in Hamburg brauchen Sicherheit und Perspektiven. Dafür wollen wir mit den Arbeitgebern und der Politik an einem Strang ziehen. Nur im gemeinsamen Dialog lassen sich passgenaue Lösungen finden, die für jeden Wirtschaftsbereich anders aussehen können. Und selbstverständlich wollen wir alle Branchen im Blick behalten. Die Jobsicherung darf allerdings nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer/-innenrechte beschnitten werden. Darauf werden wir achten.“

UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich: „Eine starke Sozialpartnerschaft bietet das beste Fundament zur Bewältigung der Pandemie und seiner noch nicht absehbaren Folgen für den Arbeitsmarkt. Es ist aller Schweiß wert, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen und die jeweiligen Branchen differenziert zu betrachten. UVNord und damit die Arbeitgeber der Hansestadt begrüßen die Initiative der zuständigen Senatorin sehr und sind bereit Ihren Beitrag zu leisten, um den Beschäftigten und den Schulabgängern von morgen Perspektiven zu geben. Die Verlängerung des Bezuges von Kurzarbeitergeld kann eine, wenn auch teure und nicht beliebig zu erweiternde Hilfe sein, guten und gesunden Betrieben und den Arbeitsplätzen eine Brücke in die Zukunft zu bauen.“

Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Nach den krisenbedingten zum Teil massiven Einschränkungen kann und muss Hamburg jetzt eine pandemiefeste Zukunft aus eigener Kraft planen und gestalten. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur miteinander gelingen wird. Der Branchendialog kann die richtigen Impulse dafür setzen, dass wir rasch und nachhaltig auf den Entwicklungspfad einer wirtschaftlich gesunden und sozial ausgeglichenen Metropole zurückkehren. Das Handwerk unterstützt die Initiative des Senats und wird sich auf allen Feldern konstruktiv einbringen.“

Prof. Dr. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg: „Die Hamburger Wirtschaft wird noch lange brauchen, um ihre größte Krise seit dem Jahr 1945 zu überwinden. Was dazu notwendig ist, unterscheidet sich von Branche zu Branche. Wir als Handelskammer veranstalten deshalb regelmäßig Runde Tische, um für besonders betroffene Branchen Ideen, Hilfen und Lösungen zu finden. Natürlich wirkt sich die wirtschaftliche Krise der Unternehmen auch auf die Arbeitnehmer aus. Mit den ‚Branchendialogen‘ gewinnen wir nun ein Forum, um für unsere Mitgliedsunternehmen mit den Sozialpartnern zu nachhaltigen Beschäftigungsimpulsen ins Gespräch zu kommen.“

Reinhold Wellen, operativer Geschäftsführer in der Agentur für Arbeit Hamburg: „Der Hamburger Arbeitsmarkt hat fühlbar an Dynamik verloren. Denn Unternehmen, die aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation nicht ausreichend wirtschaften können, stellen kaum neue MitarbeiterInnen ein und melden uns folglich weniger Jobs zur Besetzung. Kurzarbeitergeld sorgt parallel für stabile Beschäftigungsverhältnisse. In Hamburg sind aktuell 17.000 Unternehmen mit über 350.000 ArbeitnehmerInnen betroffen.“


Das heutige Treffen bildet den Auftakt für eine Serie anstehender Gespräche, die in unterschiedlicher Besetzung und vertrauensvollem Rahmen stattfinden werden. Konkrete Ergebnisse werden nicht nach den einzelnen Gesprächen vorgelegt, sondern in die Planungen des Senates einbezogen.

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