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Solidarität mit den Beschäftigten von Galeria Karstadt Kaufhof und Sports!

Hamburger SPD-Abgeordnete erklären sich solidarisch mit den Beschäftigten der von Schließung bedrohten Warenhäuser und Sports. Sie appellieren an die Verantwortung der Eigentümer des Konzerns und sprechen sich für die Prüfung von Staatshilfen aus. Am Dienstag Termin mit Wirtschaftssenator Westhagemann.


Zu den Sanierungsplänen von Galeria Karstadt Kaufhof erklären der SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi und der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Jan Koltze:


„Die Beschäftigten haben unsere volle Solidarität. Es darf nicht sein, dass sie jetzt das Opfer einer Situation werden sollen, für die sie nichts können: Weder für die Umsatzeinbrüche aufgrund der Corona-Krise, noch für das zuvor jahrelange Missmanagement der wechselnden Konzern-Lenker. Denn nur deshalb ist das Unternehmen nun so schnell in die Knie gegangen.


Die Beschäftigten haben über Jahre hinweg immer wieder Abstriche gemacht und Einbußen bei Gehältern und anderem hingenommen. Erst Ende letzten Jahres, nach der Fusion der zuvor getrennten Karstadt- und Kaufhof-Ketten unter dem Dach der Signal-Holding des österreichischen Milliardärs René Benko, konnte die Gewerkschaft ver.di mit dem Unternehmen nach harten Verhandlungen einen Zukunftstarifvertrag abschließen, der den Grundstein für eine langfristige, nachhaltige Sicherung von Standorten, Arbeitsplätzen und Arbeitnehmerrechten legen sollte. Allerdings hat sich das Unternehmen darin zu umfangreichen Investitionen verpflichtet, die es bisher nicht in dem notwendigen Umfang getätigt hat. Solange das aber nicht passiert, kann man nicht einfach fast die Hälfte des Unternehmens und der Arbeitsplätze abschreiben, kritisiert die Gewerkschaft völlig zutreffend.


Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft fordern zu Recht ein, dass das Unternehmen statt kurzsichtigen Kahlschlags nun endlich ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Warenhaus im 21. Jahrhundert entwickelt, und dass die Beschäftigten mit ihrer Erfahrung und Kompetenz daran maßgeblich beteiligt werden. Diese Forderung an Management und Eigentümer unterstützen wir ausdrücklich. Wir fordern das Management auf, sich nicht aus seiner Verantwortung für die Arbeitsplätze, die Einkaufsmöglichkeiten von Menschen und die Zukunft der Innenstädte zu stehlen.


Gerade die jahrelangen Erfahrungen bei Karstadt zeigen: Personalabbau, also Abbau der Servicequalität ist keine erfolgreiche Zukunftsstrategie! Stattdessen sollte das Unternehmen darauf setzen, dass stationäre Warenhäuser gegenüber dem Online-Handel gerade durch kompetente Beratung und Service attraktiv werden. Dafür braucht es aber ausreichend qualifizierte, festangestellte, fair bezahlte und daher motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Deshalb sind Standorte-Schließung und Personalabbau der falsche Weg, stattdessen sind Investitionen, Qualität, innovative Zukunftsideen und die Einbeziehung der Beschäftigten gefragt!


Wir appellieren auch an den Eigentümer der Warenhausgruppe, den österreichischen Milliardär René Benko, seiner unternehmerischen und sozialen Verantwortung für die Warenhäuser, die Beschäftigten, und die Innenstädte und Stadtteile gerecht zu werden. Eigentum verpflichtet, lautet einer der Grundwerte unseres Landes. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.


In der Verantwortung stehen ebenso die Vermieter an den jeweiligen Standorten. Die Mieten dürfen nur so hoch sein, dass sie auch realistisch erwirtschaftet werden können. Spekulationen auf Kosten der Warenhäuser und ihrer Beschäftigten werden wir nicht akzeptieren!


Wenn es nicht anders geht, sprechen wir uns auch für ein aktives Eingreifen der Stadt und des Bundes, für die Prüfung von Staatshilfen. Denn es geht um viele Arbeitsplätze, um die Zukunft unserer Innenstädte, um den Erhalt stationärer Einkaufsmöglichkeiten jenseits von Discounthandel und Luxussegment. Daher besteht am Erhalt des Unternehmens, seiner Standorte und seiner Arbeitsplätze ein klares öffentliches Interesse.“

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